Dezimierung der Singvögel durch Eichhörnchen?

Überpopulation durch Auffangstationen?

Was Sie tun können um Notfälle zu vermeiden

Zum Thema Grauhörnchen

Sie möchten eine Auffangstation eröffnen?

Zur Abgabe des Fundtieres

Grundsätzliches

In eigener Sache

Danksagung

Verschiedenes

Bau des neuen Geheges

Presse:

Bericht  GNZ v. 24.12.2009

Tierreport Oktober 2010

Künftig bin ich nur noch gegen eine Spende bereit mit der Presse bzw. den Redaktionen zusammen zu arbeiten. Der Aufwand, Telefonate, gewünschte Bilder raussuchen / versenden, sowie den Text vor Druck auf seinen Inhalt hin zu überprüfen und gegebenfalls abzuändern kostet mich viel Zeit. Ich bitte um Verständnis.

Unsere Seite www.eichhoernchen-findelkinder.de wird in der Saison (Ende Februar - Anfang Oktober) monatlich von ca. 3000 Besuchern frequentiert. Tendenz steigend! (Statistik 1und1)  

 

 

 

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Dezimierung der Singvögel durch Eichhörnchen ?

 

 

„Na, dann haben wir bald keine Singvögel mehr!“
Diesen Satz musste ich mir anhören, als ich vor knapp 3 Jahren umzog und einem der neuen Nachbarn mitteilte, dass ich eine Auffangstation für Eichhörnchen-Findelkinder habe.

Dr. L. Kasek, NABU meint dazu:

„Die meisten jungen Singvögel fallen übrigens freilaufenden Katzen zum Opfer. In einigen Gärten bis zu 60%.“

Durch eigene Beobachtungen kann ich sagen, dass sich - seit ich die Auffangstation habe -, extrem viele Singvögel eingestellt haben. Sie klauen nämlich den gerade ausgewilderten Hörnchen Sonnenblumenkerne und Nüsse, welche ich die erste Zeit nach Auswilderung noch anbiete. Sie scheuen auch nicht davor zurück das offene Gehege, (für Hörnchen, welche die erste Zeit noch zum schlafen zurückkommen), zu „stürmen“ und nach Kernen und Nüssen zu suchen. Allen voran die Meisen.
Hier auf unserem Grundstück gibt es trotz der Eichhörnchen jedes Jahr brütende Singvögel. (Meisen, Zilp-Zalp, Dompfaff, Rotkehlchen u.a.)  Ich habe bisher noch kein Eichhörnchen dabei ertappt, wie es über ein Gelege herfiel. Sie hätten hier wirklich Gelegenheit.
Fakt ist, dass viele Singvögel durch mehrere Gelege im Jahr die „Dezimierung durch Nesträuber“ wieder ausgleichen.
So werden zum Beispiel Amseln recht alt und ein Brutpaar hat im Laufe seines Lebens bis zu 150 Eier gelegt. Bei Meisen sind Gelege mit bis zu 12 Eiern keine Seltenheit.

Würde man die Gedankengänge so mancher Tierfreunde ernsthaft betrachten, so müsste man zu dem Resultat kommen, dass Singvögel an der Dezimierung bestimmter Insekten, z.B. Schmetterlinge und Falter „schuld“ sind, da sie deren Raupen vertilgen. Allein die Liste der gefährdeten oder vom aussterben bedrohten Heuschrecken ist nicht gerade klein.

Und drehte ich den Schuh um, nämlich Vögel vs. Eichhörnchen, dann müsste ich alle Rabenvögel , (z.B. Krähen, Dohlen, Eichelhäher, Elstern,usw. ), aber auch alle Greifvögel verurteilen, weil diese böse sind, haben sie doch Eichhörnchen-Jungtiere auf ihrem Speiseplan. (Ich hatte hier schon "angepickte" Jungtiere.)

Auch Eichhörnchen werden also "dezimiert" und ich müsste theoretisch große Probleme mit Mardern, Freigänger-Katzen und o.g. Vögeln haben, weil sie des Hörnchens größte Fressfeinde sind.
Ich wünschte mir von so manchem Vogelfreund, er würde über den Tellerrand hinaus schauen.
Ich bin Mitglied im Vogelschutzverein unserer Gemeinde und die Leute dort begegnen meiner Arbeit zum Glück sehr positiv. Sie halfen mir sogar beim Bau eines zweiten Geheges.
Ich glaube ausserdem, dass es extrem überbewertet wird, da es  Eichhörnchenzüchter gibt, die in ihrem Gehege zusätzlich auch Vögel halten, die sogar hin und wieder brüten.
Das funktioniert anscheinend wunderbar. Es beweist m. E., dass nur extreme Nahrungsknappheit das Eichhörnchen "räubern" lässt.
Warum die Ressourcen aber knapp werden, darüber sollte man sich vielleicht mal Gedanken machen. Der Mensch trägt mit Sicherheit eine Menge dazu bei.

Es macht meiner Meinung nach also wirklich keinen Sinn, die Tierwelt in gut und / oder böse einzuteilen, da alle miteinander seit vielen Millionen Jahren in Koexistenz leben.

Mein Nachbar hat sein Vorurteil inzwischen revidiert.

 

 

 

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Überpopulation durch Auffangstationen?

Es ist richtig, dass einige Eichhörnchen nach Auswilderung am Anfang, - teilweise auch täglich - zu Besuch kommen. Die Mehrzahl wandert aber ab, und erschließt sich ein eigenes Territorium.

Das ist auch sinnvoll, denn sonst würden wahrscheinlich viele verhungern, da das Nahrungsangebot bei zu vielen Hörnchen in einer Region, vor allen Dingen im Winter, kein überleben des Einzelnen sichert.

Zu viele Tiere --> zuwenig Nahrung --> weniger Babys.

Auch verjagen die älteren, „alteingesessenen“ Hörnchen die Jüngeren, so dass diese abwandern müssen. Es wird also so oder so keine Überpopulation stattfinden.

 

Nur 3 Hörnchen besuchten mich regelmäßig....die anderen waren nach wenigen Wochen oder ein paar Monaten definitiv verschwunden.

Und wären die Mütter dieser ehemaligen Findelkinder nicht überfahren worden, in Regentonnen ertrunken, Rattengift zum Opfer gefallen, oder der Kobel samt Babys nicht durch Baumschnitt zerstört worden, würden diese Hörnchen - dort wo sie geboren wurden - die jeweilige Region bevölkern.

Befremdlich finde ich daher den Vorwurf so mancher Mitmenschen, Auffangstationen würden in die Natur eingreifen. Wir züchten keine Eichhörnchen, (denn die Babys waren ja alle schon geboren), sondern versuchen ein Stückweit das wieder gut zu machen, was Mensch... mit Verlaub...”versaubeutelt” hat.
 

 

 

 

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Was Sie tun können um Notfälle zu vermeiden

 

 

Häufige Todesursache für Eichhörnchen und andere Nager ist z.B. der Sturz in die Regentonne, während sie trinken. Sie rutschen dabei ab und die glatten Wände verhindern, dass sie wieder hinausklettern können. Sie haben dann keine Chance den Sturz zu überleben und ertrinken. Bitte decken Sie die Regentonnen im Garten entweder ab, oder stecken Sie einen kräftigen Stock oder Ast hinein, damit die Nager wieder hinausklettern können.

Ich hatte schon zweimal Hörnchen zu betreuen, deren Mütter ertrunken waren. Die kleinen wurden aufgrund des Hungers im Kobel unruhig, wuselten herum und fielen herunter.

Wenn Sie sich entschließen Bäume zu kürzen oder zu fällen, so vergewissern Sie sich doch bitte vorher davon, dass sich in diesen kein bewohnter Kobel befindet ! (Auch Vogelnester sind in Gefahr.)
Ich bekomme regelmäßig alle Jahre wieder Bauchschmerzen, wenn ich sehe dass noch nach dem 15. März Bäume zurückgeschnitten oder gar gefällt werden, obwohl doch bekannt ist, dass viele Vögel bereits mit Nestbau beschäftigt, und um diese Jahreszeit längst Eichhörnchenbabys geboren sind.

Rattengift ist ebenfalls häufige Todesursache und die Gefährlichkeit eigentlich ein alter Hut, aber viele Menschen gehen doch immer noch sehr sorglos damit um. Wenn es partout erforderlich erscheint, sollten die Giftköder abends ausgelegt werden, denn Ratten sind nachtaktiv, Eichhörnchen nicht. Prinzipiell halte ich aber von Rattengift überhaupt nichts, da es eine absolut quälende Angelegenheit ist. (Innere Blutungen)

Das leider immer noch sehr beliebte Schneckenkorn ist süßlich (Lockstoffe) und auch für Hörnchen (und andere Nager) sehr attraktiv. Leider hat das den Tod zur Folge. Auch für andere Tiere ist es verlockend, aber gesundheitsgefährdend . (Die typischen Vergiftungssymptome wie Erbrechen und Lähmungen sind zum Beispiel auch bei Hunden und Katzen keine Seltenheit und den Tierärzten wohlbekannt !)

Nach Möglichkeit bitte auch auf Blaukorn verzichten, da es - durch Regen / Wasser aufgelöst – die Pfötchen (nicht nur der Hörnchen) verätzt. Bei dem Versuch die verätzten, brennenden Pfötchen abzulecken (zu kühlen), vergiften sich die Tiere "nebenbei". Hornspäne wären sicherlich eine gute Alternative.

Auch von Langzeit-Düngekugeln, die aufgrund ihrer Größe einer kleinen Haselnuss nicht unähnlich sind, wird hin und wieder genascht, da diese Kugeln ebenfalls süßlich schmecken.

Hinweis:
Wenn Sie ein Hörnchen auf einem stark frequentierten Park- oder Waldweg finden, so nehmen Sie sich bitte seiner an !

Für die Mutter ist es nur schwer möglich, zwischen Joggern, Spaziergängern, Radfahrern usw. das Hörnchen in Sicherheit zu bringen. Die Gefahr, dass es unterkühlt (Regen / Kälte), oder das es austrocknet (Sonne / Hitze) ist zu groß. Handelt es sich aber um einen ruhigeren Fundort, und die Witterungsverhältnisse lassen es außerdem zu, so beobachten Sie bitte in einem gewissen Abstand eine Weile, ob sich die Mutter blicken lässt und es fort trägt. Auch wenn Sie es angefasst haben, besteht keine Gefahr, da sich Eichhörnchen-Mütter - im Gegensatz zu Rotwild-Müttern -, nicht an Menschengeruch stören.

Häufigste Todesursache der Eichhörnchen (Mütter) dürften wohl Kraftfahrzeuge sein. Viele Waisenkinder purzeln - auf der Suche nach Nahrung - aus dem Kobel.

 

 

 

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Zum Thema Grauhörnchen

 

 

Zur Richtigstellung muss gesagt werden, dass die amerikanischen Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) zwar in Schottland, England und Italien tatsächlich inzwischen - teilweise sogar zahlreich - vorhanden sind, und den Bestand der roten (europäischen) Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) dort stark gefährden, (oder bereits definitiv gefährdet haben), sie aber noch nicht die Alpen überquert haben, und somit noch nicht in Deutschland angekommen sind. Zwar ist es möglich, dass ein in Gefangenschaft gehaltenes Grauhörnchen entwischt ist, aber nur wenige Züchter haben noch eine Ausnahmegenehmigung um so ein Grauhörnchen zu halten. (Meist handelt es sich dabei um Altbestände - da es schon seit langem keine Erlaubnis seitens der Behörden mehr gibt, amerikanische Grauhörnchen zu halten.)

Aber es gibt auch bei den roten Europäischen Eichhörnchen Tiere, die, zumindest teilweise, ein graues Fell haben, (siehe Cindy und Julchen), oder aber sehr dunkel sind, wie zum Beispiel Findelkind „Bruno“. Es wird vermutet, dass Hörnchen, die sich stärker von Zapfen ernähren, (Nadelwälder), aufgrund der Inhaltsstoffe der Samen (Gerbstoffe,Öle, etc.) ein dunkleres Fell bekommen. Hörnchen aus Parks und Mischwäldern hingegen sollen etwas heller sein.
Auch ist der Fellwechsel (Sommer/- Winterfell) oft mit einer Umfärbung verbunden.

Ob südliche Hörnchen dunkler, als Hörnchen aus dem Norden sind, muss noch untersucht werden.

Wir wollen hoffen, dass die Grauen nicht die Alpen überqueren, da diese nicht nur größer und somit stärker als unsere einheimischen Hörnchen sind, sondern obendrein das Poxvirus auf die Roten übertragen, da sie selbst zwar eine chronisch persistierende Infektion aufweisen, aber die Erkrankung nicht zum Ausbruch kommt. Schätzungen zu Folge sind 70 % der Grauhörnchen infiziert.

Im übrigen haben die Hörnchen aus den Staaten auch im Winter keine Pinsel an den Ohren, und sie sind auch bedeutend größer und schwerer, als unser einheimisches Eichhörnchen.

 

 

 

 

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Sie möchten eine Auffangstation eröffnen ?

 

 

Prima! Doch folgendes sollten Sie bedenken:

Ihr Leben wird sich in den Monaten März – September grundlegend ändern.
Sie werden u.U. wochenlang viele Nächte hintereinander alle 2 – 3 Stunden aufstehen müssen, um das Baby oder die Babys zu füttern. Und wenn diese dann soweit sind, dass Nachts nicht mehr gefüttert werden muss und sie sich darauf freuen, endlich mal wieder 6 – 7 Stunden am Stück durch zu schlafen, kann es sein, dass bei Ihnen sofort wieder ein neuer Findling, der Nachts noch Milch benötigt, einzieht. Manche Babys trinken prima, andere stellen Ihre Geduld auf eine harte Probe, weil sie zur Fütterung mehr Zeit benötigen, als alle anderen zusammen.

Mit dem Füttern alleine ist es nicht getan, denn die wichtige Massage des Bäuchleins und der Analregion braucht auch seine Zeit. Dann heißt es Spritzen und Sauger reinigen, neue Milch zubereiten, die inzwischen abgekühlte Wärmeflasche neu füllen, (es sei denn man benutzt ein Heizkissen oder Snugglesafe), und haben Sie gleich 3 oder 4 Babys zu versorgen, (weil es gleich einen ganzen Kobel erwischt hat), können Sie mit dem ersten fast wieder anfangen, wenn der letzte gefüttert und massiert ist. Und nicht jedes Baby uriniert und kotet direkt nach der Massage ab, also müssen Sie es ca. 20 Minuten später wieder versuchen.

Spontane Wochenendausflüge sind nicht drin. Ein Urlaub sollte so geplant werden, dass er nicht in die Saison fällt. Es sei denn, Sie haben eine kompetente Vertretung bzw. einen Ansprechpartner organisiert. Denn wenn keiner unter der publizierten webseite / Telefonnummer zu erreichen ist, machen Sie sich bzw. Ihre Station unglaubwürdig. Die Babys überall mit hin zu schleppen und dort zu versorgen ist nicht pro Hörnchen, denn die Tiere sind traumatisiert genug und Orts- bzw. Umgebungswechsel bedeutet zusätzlichen Stress, der sich wahrscheinlich negativ auf den kleinen Organismus auswirken wird.

Eine Geburtstagsfeier kann für Sie zu Ende sein, kaum dass sie angefangen hat, weil sie ein Notruf ereilt.
Da ist schnelle Hilfe oft von Nöten, denn die wenigsten Finder haben das notwendige zur Erstversorgung im Haus. Schnelle Hilfe entscheidet aber oft über Leben und Tod, da die Kleinen mitunter dehydriert sind und / oder Durchfall haben.
Sind sie gerade dabei einen Sonntagsbraten zu kochen, können Sie auch dabei gestört werden.
Bitte bedenken Sie, dass die wenigsten Finder bereit sind Ihnen das Findelkind nach Hause zu bringen.
(Die Ausreden hierfür sind vielfältig und sehr phantasievoll.) Haben Sie einen Navigator, der sie in die entlegensten Ecken Ihrer Region dirigiert, oder sind Sie ein As im Karten lesen?
Sie sollten auch wissen, dass die meisten Findelkinder an Wochenenden gefunden werden, da dann viele Spaziergänger (Finder) unterwegs sind. Haben Sie gerade ein Eichhörnchen irgendwo abgeholt, kann es Ihnen passieren, dass Sie – kaum zu Hause angekommen –einen Anruf erhalten, sich wieder ins Auto setzen müssen, um ein weiteres Findelkind abzuholen. Sie kommen viel herum ! Den Sprit zahlen sie übrigens auch aus eigener Tasche. Da kommen in einer Saison oft viele hundert Kilometer zusammen.

Bedenken Sie bitte auch, dass sie kranke oder verletzte Tiere bekommen, um die Sie wochenlang kämpfen werden, um sie dann, wenn sie meinen, sie seien über den Berg, doch zu verlieren. Das macht traurig und ist frustrierend. Auch vor Ekto- oder Endoprarasiten sollten Sie sich nicht ekeln, denn die meisten Hörnchen haben Flöhe und/oder Haarlinge und auch Zecken. Der Gang zum Tierarzt zwecks Entfernung einer oder mehrerer Zecken sollte nicht nötig sein. Anders sieht das natürlich bei ernsthaften Erkrankungen und/oder Verletzungen aus. Fliegeneier und Maden aus Wunden zu entfernen ist keine Freude, aber notwendig, wenn nicht sofort ein Tierarzt zu erreichen ist. Eine Hausapotheke fürs Hörnchen ist ein Muss; sie sollten sich mit bestimmten Dingen eindecken.

Sie werden auch verletzte Tiere bekommen, die eine Behinderung zurückbehalten, aber nicht eingeschläfert werden müssen, da sie selbstständig fressen können.
Für eine Auswilderung sind die Behinderungen aber oft zu gravierend, sie wären also leichte Beute für Fressfeinde. Wohin mit diesen Tieren? Oder haben sie den Platz um zusätzlich ein großes Behinderten-Gehege zu bauen? (Und selbst wenn, es wird ruckzuck voll sein.) Und haben sie dann einen Tierarzt der möglichst kostengünstig oder sogar kostenlos die männlichen Tiere kastriert? Haben Sie überhaupt einen Tierarzt, der Sie bzw. Ihre Station unterstützt? (Es geht schnell ins Geld, denn die wenigsten Tierärzte sind bereit für den Selbstkostenpreis zu behandeln und / oder die Medikamente zu verkaufen. Gratis machen das nur ganz wenige.)


Sie brauchen eine tolerante Familie bzw. einen toleranten Partner, denn wenn der nicht mitzieht, hängt der Haussegen schnell schief. Sie haben künftig gar nicht mehr die Zeit Ihr Haus blitzsauber zu halten, (es sei denn, Sie haben eine Putzfrau) und auch nicht mehr die Energie. Ausserdem sind Eichhörnchen nicht stubenrein und knabbern gerne alles an. Das Inventar leidet. Was machen Sie wenn Ihre Station voll bis unters Dach ist, also Ihre Aufnahmekapazität erreicht ist? Haben Sie andere Stationen, mit denen Sie zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen können?

„Ich kann nicht mehr, bin fix und fertig, Kannst Du evtl……?“
„Nein, ich brauche selbst Unterstützung, wollte Dich schon fragen, ob Du evtl…..!“

Sie werden mit unverschämten Findern konfrontiert, die Ihnen das Leben schwer machen und über die Sie sich grün, schwarz und blau ärgern. Doch Sie müssen freundlich bleiben, zumindest so lange, bis Sie das Hörnchen in der Hand halten. Denn sagen Sie ihm vorher, was Sie von ihm halten, rückt der das Hörnchen evtl. gar nicht raus.

Sie werden von Eichhörnchen-Züchtern kontaktiert, die zur Blutauffrischung Ihrer Zucht ein Findelkind „günstig“ erwerben möchten. Sie werden unter Umständen eine Mutter am Telefon haben, die ein Baby für ihre siebenjährige Tochter zum Zeitvertreib haben möchte. „Wir haben einen alten Meerschweinchen-Käfig, der steht eh‘ ungenutzt auf dem Dachboden!“

Sie brauchen Geld für mindestens 2 Innenvolieren, und entweder ein riesiges Auswilderungsgehege, das man teilen kann, oder aber Sie müssen 2 Gehege bauen / kaufen.
Denn wenn die einen Hörnchen soweit sind das sie ausgewildert werden können (Gehege öffnen und aus der Ferne winken), müssen die anderen aus der Innenvoliere dringend raus, weil es denen aufgrund ihrer Aktivität zu eng geworden ist und der Freilauf im Zimmer auch nicht mehr ausreicht. Aber was machen Sie dann, wenn die am Morgen rausgelassenen Hörnchen, gegen Abend zurückkommen um nochmal in ihrem vertrauten Häuschen zu schlafen? (95 % aller Hörnchen kommen die ersten Tage noch zum schlafen und fressen zurück in das Gehege.) Wenn sie die wieder reinlassen wollen, hauen Ihnen die anderen, - gerade reingesetzten - ab, so schnell können Sie kaum gucken.
Aufgrund Ihres Nuss- und Sonnenblumenkerne - Vorrates werden sich vielleicht auch recht schnell Lebensmittelmotten bei Ihnen einfinden und die freuen sich riesig über Ihr Angebot. Und wenn Sie Klebefallen aufstellen, dann bitte nur wenn Sie Fliegengitter vor dem Fenstern haben, denn Sie locken damit die Spezies von draussen auch an. ;)

Was ich mit all dem sagen möchte: Eine Auffangstation zu betreiben ist anstrengend und kein Picknick. Es kostet Geld, sehr viel Zeit, man braucht ein dickes Fell und wird obendrein evtl. noch von den Nachbarn schief angesehen, weil dieser meint, dass Eichhörnchen Vogelmörder- bzw. Vogeleier-Diebe seien.
Sie machen sich also mit ihrem Engagement und Enthusiasmus nicht nur Freunde und wenn Sie meinen, dass damit auch nur ein müder Euro eingenommen werden kann, muss ich Sie enttäuschen. Sie legen in der Regel immer drauf, denn Sponsoren gibt es eher für in Not geratene Haustiere, aber kaum für Wildtiere.

Dass Sie dafür die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde und des Kreisveterinäramts brauchen, sollten Sie auch wissen. Die Kreisveterinäre halten das unterschiedlich, aber ich wurde damals über meine Sachkenntnis in einem persönlichen Gespräch hier vor Ort geprüft. Die Haltungsbedingungen (Volieren/Gehege) müssen stimmen, sonst gibt es kein OK. (Ein Glück!)

Sie werden die Eichhörnchen mit einem lachenden und einem weinenden Augen in die Freiheit entlassen. Das ist nicht immer leicht, besonders wenn man ein Tier sehr lange päppelte. Man würde sie am liebsten alle behalten, aber das ist nicht der Sinn der Sache und es ist sowieso verboten. Gesunde Wildtiere müssen ausgewildert werden !

Abschließend: Nein, es ist nicht alles nur negativ, und die Freude, die Hörnchen nach Auswilderung dabei zu beobachten, wie sie die Welt entdecken, ist unbeschreiblich groß und wiegt das alles wieder auf.
Ich wollte keinen schockieren oder abschrecken und Konkurrenzdenken liegt mir absolut fern. Im Gegenteil.
Weitere Stationen werden dringend benötigt. Ich wollte nur deutlich machen, dass das eröffnen einer Station nicht einfach nur „toll“ ist und was das im Einzelnen so beinhaltet. Sie sollten auf jeden Fall noch mal eine Nacht drüber zu schlafen, (besser mehrere), und die Familie / den Partner von Ihrem Vorhaben in Kenntnis setzen, um sich deren / dessen Unterstützung zuzusichern.
Wenn Sie das alles berücksichtigt haben, (das war längst nicht alles, nur das wichtigste) und sie trotz allem immer noch bereit sind eine Auffangstation zu eröffnen, können Sie sich an die einzelnen Eichhörnchen-Vereine / Initiativen wenden.

 

 

 

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Zur Abgabe des Fundtieres

 

 

Es macht wenig Sinn, wenn Sie den Findling, weil er so niedlich ist, behalten möchten so lange es nur geht. Die Prägephase/Sozialisierungsphase ist nur sehr kurz. Es zeigte sich, dass Tiere, die zwar früh gefunden aber wochenlang ohne Artgenossen aufgezogen wurden, große Probleme mit der Umstellung bzw. den ungewohnten Verhältnissen hatten. Sie reagierten meist ängstlich und/oder mit Angstaggression auf andere Findelkinder, und “Besuchshörnchen”, (ausgewilderte Findelkinder, die sich außen am Gehege einfanden.) Die Interaktion und Kommunikation mit Artgenossen fällt isoliert gepäppelten Jungtieren deutlich schwerer. Bringen Sie Ihr Findelkind deshalb bitte so schnell wie möglich zu einer Auffangstation, damit es Kontakt mit Artgenossen hat. 

 

 

 

 

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Grundsätzliches

 

 

Häufig wurde ich gefragt, ob man uns mal besuchen dürfe, um sich die Eichhörnchen anzusehen, und sie evtl. zu streicheln, spätestens wenn bekannt war, dass wieder Waisenkinder bei uns eingezogen waren.

Leider musste ich allen Tierfreunden diese verständliche, aber unsinnige Bitte abschlagen. So leid es mir tat!
 

Alle Eichhörnchenkinder sind durch die Umstände erstmal stark traumatisiert, daher besonders stressanfällig und benötigen Ruhe. Und im Gehege sollen sie ihre natürliche Scheu vor Menschen zurück gewinnen, damit sie nach Auswilderung nicht zutraulich sind und somit leicht eingefangen werden können.
Also muss der Kontakt zu Menschen auf ein Minimum beschränkt werden. (Ich reduzierte ihn auch und fing damit bereits an, wenn die Tiere in die Innenvoliere zogen.)
Auch das hochklettern an Passanten birgt ein Risiko. Die Zutraulichkeit könnte evtl. den Verdacht auf Tollwut aufkommen lassen und Hysterie und/oder Panik hervorrufen. (Mir ist bundesweit kein Tollwutfall bei Eichhörnchen bekannt. Die aktuellen Zahlen/Fälle von Wildtollwut können beim BMELV angefordert werden.)

Es ist nicht Sinn der Sache zahme Eichhörnchen auszuwildern. Die Erfahrung hat zwar gezeigt, dass ich sie unter Umständen auch nach Monaten noch von Hand füttern konnte, sie aber bei fremden Personen sehr scheu und zurückhaltend waren. Das war auch gut so, denn sonst hätte ich mir große Sorgen gemacht!

 

 

 

 

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In eigener Sache

 

 

Etwaigen “Züchtern”, die meine Seite besuchen, möchte ich an dieser Stelle folgendes mitteilen:

Ich plappere keiner Organisation nach, sondern es ist meine feste Überzeugung, dass Eichhoernchen keine Käfigtiere sind. Natürlich gibt es Züchter, die wirklich riesige Volieren haben und bemüht sind, den Hörnchen ein relativ gutes Leben zu ermöglichen. Es gibt auch Personen, die Hörnchen, welche nicht ausgewildert werden konnten, in geeigneten Volieren halten, weil es nicht zwingend erforderlich war, sie wegen ihrer Behinderung zu euthanasieren. Ich meine vorwiegend die gewerblichen Züchter, die sich nicht scheuen, dem Muttertier ein Baby wegzunehmen, damit es durch anschließende Handaufzucht besonders zutraulich ist und sich somit leichter verkaufen lässt. Denen es Wuscht ist, wie groß die Voliere ist, denen die Genetik egal ist...und, und, und....
Generell sind mir solche agilen, gesunde Tiere in Freiheit lieber.
Ich bekam schon Anfragen, ob ich nicht ein paar Findelkinder zur Blutauffrischung der Zucht günstig verkaufen könnte. (Das ist wirklich das allerletzte!) Oder aber Anfragen, ob ich nicht so ein kleines, zutrauliche Hörnchen verschenken könnte. O-Ton Mutter: “Meine Kinder möchten so gern ein Eichhörnchen-Junges und würden sich bestimmt gut darum kümmern. Ein alter Käfig vom Meerschweinchen steht auf dem Speicher sowieso noch ungenutzt herum.”
Da fehlen mir die Worte !
Solche mails von Möchtegern-Züchtern und Interessenten waren mir stets ein Greuel!
Über positive Resonanz freuen wir uns natürlich sehr ! (Gästebuch)

 

 

 

 

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Danksagung

 

 

Für alle Spenden, einerlei ob in Form von Sach- und/oder Futterspenden, Tierärztliche Versorgung/ Medikamente, sowie Geldspenden, möchte ich mich im Namen der Eichhörnchenkinder ganz herzlich bedanken. Alles kam 100 % den Waisenkindern zu Gute !


Mein besonderer Dank geht an:

Meinen Mann Rainer

Dr. Michalea Hafner-Noack, Rimbach

Inge Schneider, Rödermark

Anja u. Olaf Zaeske, Edingen

Julia Rehage, Betzdorf

Sybille + Christina, Gründau

Ute Boers, Geldern

Philip-Reis-Schule, Gelnhausen (Klassen 2 b u. 2 c)

Ute Liebau, Bad König

Gisela Bischof, Groß-Gerau

Natalie Zachau, Steinebach

Gisela Paul, Frankfurt/Main

Belegschaft Augenoptiker Sommer, Geldern

Petra Zettel, Göppingen

Monika + Bruno Schmitt, Bischofsheim

Anna-Lena Schmitt, Nieder-Olm


und an alle Finder, die uns spontan mit einer kleinen Geldspende unterstützt hatten.
 

eichhoernchenfan                                                                 August 2013

Eichhörnchenspiel   Maustasten  drücken und bewegen, sonst stürzt das Eichhörnchen ab.  Viel Spaß !