Moritz

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Dieser ausgewachsene Eichkater wurde am 1.11.09 auf der Seite liegend am Straßenrand gefunden. Wahrscheinlich wurde er angefahren.
Die Röntgenaufnahmen ergaben, dass sein Becken verschoben war. Die ersten 4 Tage verbrachte er in der Tierarztpraxis, dann kam er zu uns. Für eine Woche musste er in der Kiste bleiben, um zu verhindern, dass er sich unnötig bewegt.
Danach kam er in die Innenvoliere. (Siebenschläfer “Bille” musste in den großen Käfig umziehen.)
Er wurde zwar mit jedem Tag aktiver, aber eine Auswilderung war leider nicht möglich.
 

Durch die Verletzung/Behinderung fraß er bisher nur weiche Sachen, die er nicht in den Pfötchen halten musste. (Er konnte sich nicht auf sein Hinterteil setzen!) Dadurch wurden seine Zähne nicht genügend abgenutzt.
Auf dem Foto links kann man erkennen, dass sein Mäulchen aufgrund der langen Zähnchen nicht mehr richtig geschlossen werden konnte.
Daraufhin wurden sie gekürzt. (15 Sekunden, dann war es erledigt!)
Wir hofften, dass er bald in der Lage sein würde Nüsse zu knacken und an Zweigen zu knabbern, denn eine Wiederholung dieser Prozedur wollten wir ihm nicht noch einmal zumuten.
 

Moritz bei der Morgentoilette
 
 
Auch wenn klar war, dass Moritz nicht ausgewildert werden konnte, so gab es erstmal keinen Grund ihn zu euthanasieren. Lt. der behandelnden Tierärztin, würde er vielleicht sogar irgendwann wieder klettern und evtl. kleine Sprünge machen können.

Da er inzwischen schon ein wenig herum hopste, wurde es langsam Zeit für den Umzug ins Gehege. Seine Muskeln waren durch fast 5 Wochen Ruhepause geschwächt. Er brauchte nun definitiv mehr Platz um sie durch Bewegung zu kräftigen.

Ein schönes Nest

Moritz im Gehege

 

Leider hatte er zu großen Stress und brachte sich halb um, wenn ich nur in die Nähe des Geheges kam. Seine Behinderung wurde aufgrund seiner Flucht- und Kletterversuche deutlich schlimmer und sein Drang aus dem Gehege heraus zu kommen, ließ ihn einfach nicht zur Ruhe kommen. Schweren Herzens entschlossen wir uns nach ein paar Tagen ihn einschläfern zu lassen. Gelernt haben wir daraus, dass man erwachsene wilde Eichhörnchen, die in Freiheit geboren und aufgewachsen sind, nicht in ein Gehege sperren darf. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man ein behindertes Tier als Baby bekommt und päppelt, oder ob man ein adultes Tier bekommt, dass zuvor niemals Umgang mit Menschen hatte.