Blacky

Blacky

Blacky wurde am Rande eines Kinderspielplatzes, auf dem Weg vor einem Gebüsch, im Alter von ca. 5 Wochen aufgefunden. Die Finder stellten ihm dem Tierarzt vor und dieser empfahl das Hörnchen mit - in Wasser aufgeweichten  - Haferflocken und Baby-Gläschen Obst + Gemüse zu füttern. Aufgrund dessen bekam er mindestens 3 Wochen lang nicht die notwendige Nahrung in Form von Aufzuchtmilch und war stark untergewichtig. Bei einem Alter von ca. 8 - 9 Wochen brachte er bei Ankunft nur 118 gramm auf die Waage. Außerdem hatte er Durchfall, und seine Zähnchen waren viel zu dünn und leicht brüchig. Da wir bei seiner Ankunft nicht wussten in welchem Zustand er ist, und wir davon ausgingen, dass er bereits ins Auswilderungsgehege zu Hazel kann, ließen wir ihn dort aus dem Käfig des Finders heraus. Schnell war ersichtlich, dass er viel zu wenig auf den Rippen hatte, außerdem war sein Fell im Gesicht, unter dem Hals und an der Innenseite der Vordderbeinchen stark mit alten Breiresten verklebt.

 

Ich entschloss mich, den kleinen ins Haus zu holen und erstmal ein wenig zu päppeln. Über die angebotene Aufzuchtmilch fiel er wie ein Wahnsinniger her. (Ich habe das so extrem noch nie erlebt!)
 
 
Um ihn nicht zusätzlich zu stressen versuchte ich erst am übernächsten Tag mit mildem Seifenwasser und Waschlappen, die Breiverkrustungen aufzuweichen und zu entfernen. Eine Tortour für uns beide! Es stellte sich schnell heraus, dass ein wenig Fell bereits unter den Krusten abgestorben war. Die meisten Reste hatte ich nach ca. 1 Stunde! entfernt. Nur unter dem Hals war es kaum möglich, da Blacky sich ständig einrollte. Als er schlief nahm ich eine Nagelschere und schnitt vorsichtig zwei “Brei-Flizplatten” unter dem Hals weg.

4 Tage später wog der kleine Mann bereits 125 gramm. Der Durchfall war verschwunden. Er bekam weiterhin Milch, obwohl er vom Alter her keine mehr brauchte.

Leider hatte er große Probleme mit Artgenossen, da die Präge- und Sozialisierungsphase vorbei war und er in dieser wichtigen Zeit keinen Kontakt zu Seinesgleichen hatte. Er reagierte mit Angstaggression auf die fast gleichaltrigen Hörnchen “Basti und Paulinchen”.
Ich kann nur immer wieder an Finder appelieren, mit der Abgabe an eine Station nicht zu lange zu warten. Blacky wurde jeden Tag mit den zwei anderen Hörnchen stundenweise konfrontiert und ich hoffte, das sich seine Angst doch noch etwas legen würde. Basti und Paulinchen animierten ihn anfangs zum spielen, aber Blacky ging nicht darauf ein, sondern quietschte nur ängstlich und “flüchtete”. Aus diesem Grund wurde er in einer zweiten großen Innenvoliere alleine gehalten.

Nach einer gründlichen, aufwändigen Reinigung sah er schon ganz manierlich aus.

Er blieb noch eine Woche im Haus, dann setzte ich ihn mit Basti und Paulinchen ins Gehege. Leider hatte der kleine Mann weiterhin zuviel Stress, weil die beiden anderen sich einen Spaß draus machten, ihn ständig zu “zwiebeln”. Aus diesem Grund siedelte ich Blacky in das alte, leer stehende Auswilderungsgehege um, und setze ihn nur noch stundenweise zu Basti und Paulinchen ins neue Gehege.

Blacky...noch im neuen Gehege und sehr verschüchtert...

Nur wenn Basti und Paulinchen schliefen, wurde er unternehmungslustiger

Im alten Gehege hatte er mehr Ruhe

Im Gesicht und an den Ohren wurde er langsam etwas heller

Frische Steinpilze.... eine Delikatesse

Eichhörnchen_frisst-Pilz

Für Blacky öffnete sich am 22.8.2010 das Gehege

Kleine Pause im Schatten

Allles wird untersucht...

...und angeknabbert

Blacky hielt sich einige Zeit in den umliegenden Gärten auf und erfreute die Nachbarn mit seinen Kapriolen. Dann war er verschwunden.